Ideal und/oder Funktion?Zur Wertungsmatrix moralischen Fortschritts am Beispiel der neueren Ideologiekritik

Abstract

Moralischer Fortschritt bildet ein mögliches Paradigma zur Bewertung sozialen Wandels unter anderen. Insbesondere zu funktionalen Perspektiven, die eine Beschreibung ohne moralische Wertung präferieren, scheint es in Konkurrenz zu stehen. Im Folgenden will ich am Beispiel der Ideologiekritik Rahel Jaeggis zeigen, dass moralische Fortschrittsdiagnosen moralische und funktionale Gesichtspunkte in ihrer Bewertung komplementär denken müssen. Funktionaler und moralischer Fortschritt gehen demnach Hand in Hand. So sehr sie dabei ineinander verschlungen sind, so wenig lassen sie sich jedoch aufeinander reduzieren. Der enge Wechselbezug birgt Schwierigkeiten, die wiederum zu einer differenzierenden Betrachtung von Normativität und Funktionalität nötigen und spezifische Anforderungen an deren Geltungscharakter und Gewichtung stellen. In den damit umrissenen Aufgaben einer Metaethik moralischen Fortschritts werde ich abschließend für einen funktionalen, aber relativ autonomen Praxisvorrang moralischer Ideale plädieren.

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