Das Recht auf rasche Aufnahme: Zu den gerechten Ansprüchen von Kindern auf der Flucht

Abstract

In diesem Aufsatz will ich die These entwickeln, dass Kinder auf der Flucht ein moralisches Recht auf rasche Aufnahme besitzen. Zunächst werde ich den Grund für ein solches moralisches Recht auf rasche Aufnahme skizzieren. Im Kern beruht dieses Recht darauf, dass Kinder durch eine lange Nichtaufnahme (Wartedauer) besonders verletzt werden. Die moralischen Ansprüche von Kindern besitzen nämlich eine spezifische temporale Dimension, in der Zeitpunkt und Dauer der Güter, auf die Kinder diese Ansprüche besitzen, relevant sind. Danach werde ich den Inhalt dieses Rechts auf rasche Aufnahme darlegen. Meine kindzentrierte Interpretation dieses Rechts läuft darauf hinaus, dass die Aufnahme rasch genug erfolgen sollte, um ein Mindestmaß an Kindeswohl sicherzustellen. Im letzten Abschnitt werde ich auf zwei Einwände gegen ein solches Recht eingehen: Der erste Einwand bezieht sich darauf, dass auch anderen Personengruppen ein solches Recht zugestanden werden sollte. Der zweite Einwand bezieht sich darauf, dass die rasche Aufnahme – in der hier vorgestellten Variante – eine Überforderung von Staaten darstellen könnte.

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