Künstlerisches Schaffen jenseits des Humanismus

Abstract

Die Sonderstellung des Menschen galt lange Zeit auch als Prämisse in der Kunst; philosophische und künstlerische Entwicklungen im Hinblick auf eine Reihe von Aspekten stellen das gegenwärtig in Frage. Von einer verbindlichen Natur des Menschen wird zunehmend nicht mehr ausgegangen; damit einhergehen eine Reihe ontologischer und ethischer Neubestimmungen, die philosophische Untersuchungen wie gesellschaftliche Debatten herausfordern. Dieser Beitrag will über die wichtigsten Fragen und Möglichkeiten einen Überblick liefern. Dabei gilt die Kunst als eine Art sinnlicher Vermittler des philosophischen Zeitgeists. In dieser Abhandlung wird primär die Auflösung der kategorial- ontologischen menschlichen Sonderstellung in den Künsten dargestellt, die ein dominantes Merkmal weit verbreitenden künstlerischen Schaffens der Gegenwart repräsentiert. Auf diese Weise wird dieses Ereignis, das einen radikalen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel impliziert, einer breiteren Öffentlichkeit zugängig gemacht. Die Auflösung der menschlichen Sonderstellung stellt die intellektuelle Voraussetzung für zahlreiche gegenwärtige technische Innovationen dar, z. B. genetische Modifikationen, Mensch-Tier-Hybride, dreifache biologische Elternschaft. Aus diesem Grund repräsentiert dieses Ereignis eine zentrale Herausforderung der praktischen Philosophie in einer immer stärker sich globalisierenden Welt.

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