Das Konzept der Internetsucht aus philosophischer Perspektive

Abstract

Viele Menschen verbringen erhebliche Teile ihrer beruflichen und freien Zeit im Internet. Aus diesem Grund werden die Auswirkungen der Internetnutzung auf die psychische Gesundheit seit einigen Jahren sowohl wissenschaftlich als auch öffentlich sehr kontrovers diskutiert. Eine bedeutende Rolle spielt dabei das Konzept der Internetsucht, dessen Diagnosekriterien an die Substanzabhängigkeiten und das pathologische Glücksspiel angelehnt sind. Obwohl es sich hier um ein sehr heterogenes Forschungsfeld handelt und es bis jetzt kaum eindeutige empirische Befunde gibt, sind viele Wissenschaftler*innen bereits davon überzeugt, dass es eine Internetsucht als eigenständiges Krankheitsbild gibt und dass verschiedene Online-Tätigkeiten süchtig machen können. Vor diesem Hintergrund werden alarmierende Studien in populärwissenschaftlichen Beiträgen zur Debatte und in den Medien aufgegriffen, um pauschal vor den Gefahren der Internetnutzung zu warnen. Allerdings weisen seit einiger Zeit verschiedene Sucht- und Medienforscher*innen auf die methodologischen Probleme der empirischen Forschung zur Internetsucht hin. Aus diesem Grund untersucht der Beitrag das Konzept der Internetsucht aus genuin philosophischer Perspektive. In Anschluss an die einschlägige Diskussion um den Suchtbegriff wird dabei auf die Probleme hingewiesen, die bei der Übertragung der Kriterien der Substanzabhängigkeit und des pathologischen Glücksspiels auf Online-Tätigkeiten entstehen.

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