Byzanz und das Vordringen des Islam – Asien im Frühmittelalter

Im Gegensatz zum weströmischen Kaisertum, das 476 unterging, überstand das oströmische Reich die Verwerfungen der Völkerwanderungszeit.

Byzanz und das Vordringen des Islam – Asien im Frühmittelalter
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Mit dem Ende des weströmischen Reiches verlor das Latein im oströmischen Reich gegenüber dem ohnehin vorherrschend gesprochenen Griechischen an Bedeutung, bis unter Kaiser Justinian I. auch die offizielle Gesetzgebung in Griechisch erfolgte.

Kaiser Justinian ließ die Hagia Sophia in Konstantinopel bauen und vereinheitlichte das Recht. Er war es auch, der neben seiner gesetzgeberischen Tätigkeit den Versuch unternahm, das Römische Reich in seinen alten Grenzen wiederherzustellen und gewann durch seinen Feldherrn Belisar neben dem Vandalenreich in Nordafrika Sardinien, Korsika, die Balearen und Ceuta. Im Kampf gegen die Goten konnten auch Italien und Südspanien wieder in den oströmischen Herrschaftsbereich eingegliedert werden. Seine Erfolge überdauerten seinen Tod jedoch kaum. Die Sassaniden drangen in der Regierungszeit Heraklaios’ über die Ostgrenze nach Syrien, Palästina und Ägypten vor, Awaren und Slawen erreichten den Balkan. Zwar konnten nach zäher Kriegführung die an die Perser verlorenen Gebiete zurückgewonnen werden, doch war in den muslimischen Arabern ein neuer Gegner entstanden, der die Erfolge nach kurzer Zeit wieder zunichte machte.

Die Arabische Halbinsel war im 7. Jahrhundert Ursprungsland der größten und folgenreichsten semitischen Expansion. Geeinigt durch die neue, von Mohammed begründete monotheistische Religion, konnten die arabischen Stämme ihr Herrschaftsgebiet ungeheuer ausdehnen – bei gleichzeitiger Wahrung ihrer Identität. Mohammeds Religion brach mit alten polytheistischen Vorstellungen der arabischen Stämme. Nachdem Mohammed aus seiner Heimatstadt Mekka vertrieben worden war, scharte er in Medina als politischer und religiöser Führer Anhänger um sich. Drei jüdische Stämme in Medina wurden vertrieben oder ausgerottet. Mit der neu gewonnenen Gefolgschaft gelang ihm im Jahre 630 die Eroberung Mekkas. Der Islam sieht in Mohammed den letzten einer mit Abraham beginnenden Reihe von Propheten, der die Uroffenbarung Gottes wiederherstellt. Die arabischen Stämme vereinigten durch ihren Vorstoß bis dahin durch das byzantinische und das sassanidische Reich politisch getrennte Gebiete, wodurch unterschiedliche Kulturströme zusammengeführt wurden und zu einer Kulturblüte des Islam führten. Dazu trug auch die relative religiöse Toleranz der neuen Eroberer bei, die den verschiedenen Volksgruppen in ihrem Herrschaftsbereich weitgehend ihren Lebensraum, ihre kulturelle Überlieferung und ihre Religionsausübung überließen. Mohammeds Offenbarungen wurden zunächst nur mündlich weitergetragen und um 650 unter Leitung eines Schreibers gesammelt und aufgezeichnet.

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