Weihetag der LateranbasilikaHeilige Orte

Gesang zur Eröffnung

GL 479 Eine große Stadt ersteht

Einführung in die Feier

Wenn Menschen ans Paradies denken, haben manche eine Art Schlaraffenland vor Augen: ein Ort des Nichtstuns, ein Land, in dem es Essen und Trinken in Hülle und Fülle gibt, oder ein Fluss, an dem alle Arten von Obstbäumen wachsen, die nie ohne Frucht sein werden. Auf jeden Fall ist es ein Ort, an dem die Menschen in Frieden miteinander leben. Eine Utopie? Vielmehr das Hoffnungsbild eines Heilsortes, an dem Menschen miteinander malen – mit ihren ganz persönlichen, von Gott gegebenen Farben.

Schriftlesungen

Erste Lesung: Ez 47,1–2.8–9.12
Ich sah, wie vom Tempel Wasser hervorströmte, und alle, zu denen das Wasser kam, wurden gerettet (vgl. Messbuch: Antiphon zum sonntäglichen Taufgedächtnis)

Einführung: In einer zunehmend kirchenfernen und kirchenfremden Gesellschaft können unsere Kirchen etwas ausstrahlen, Menschen einladen und Heimat geben. – Ein ansprechendes und hoffnungsvolles visionäres Bild dafür hören wir jetzt.

Lesung
   aus dem Buch Ezéchiel.

Der Mann, der mich begleitete,
    führte mich zum Eingang des Tempels
und siehe,
    Wasser strömte unter der Tempelschwelle hervor
    nach Osten hin;
denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten.
Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab,
    südlich vom Altar.

Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus
    und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen.
Und siehe, das Wasser rieselte an der Südseite hervor.

Er sagte zu mir:
    Dieses Wasser fließt hinaus in den östlichen Bezirk,
es strömt in die Áraba hinab und mündet in das Meer,
in das Meer mit dem salzigen Wasser.
So wird das salzige Wasser gesund.
Wohin der Fluss gelangt,
    da werden alle Lebewesen,
    alles, was sich regt, leben können
und sehr viele Fische wird es geben.
Weil dieses Wasser dort hinkommt,
    werden sie gesund;
wohin der Fluss kommt,
    dort bleibt alles am Leben.
An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen.
Ihr Laub wird nicht welken
und sie werden nie ohne Frucht sein.
Jeden Monat tragen sie frische Früchte;
denn ihre Wasser kommen aus dem Heiligtum.
Die Früchte werden als Speise
    und die Blätter als Heilmittel dienen.

Wort des lebendigen Gottes.

Antwortpsalm
Ps 46 (45), 2–3.5–6.8–9 (Kv: vgl. 5): GL 550 (Kv) + MK 373

Zweite Lesung: 1 Kor 3,9c–11.16–17
Ihr seid Gottes Tempel: Der Geist Gottes wohnt in euch

Einführung: Die „Kirche“: Der Name steht für den Bau und zugleich für die Gemeinschaft, die sich in ihm versammelt und dort Gott begegnet. – Auch über den Gottesdienst und seinen Kirchenraum hinaus sollen und dürfen wir „Kirche“ sein.

Lesung
   aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
   an die Gemeinde in Korínth.

Schwestern und Brüder!
Ihr seid Gottes Bau.

Der Gnade Gottes entsprechend, die mir geschenkt wurde,
    habe ich wie ein weiser Baumeister den Grund gelegt;
ein anderer baut darauf weiter.
Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut.

Denn einen anderen Grund kann niemand legen
    als den, der gelegt ist:
Jesus Christus.

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid
    und der Geist Gottes in euch wohnt?
Wer den Tempel Gottes zerstört,
    den wird Gott zerstören.
Denn Gottes Tempel ist heilig
und der seid ihr.

Wort des lebendigen Gottes.

Ruf vor dem Evangelium: GL 174,5 Halleluja (R) + MK 374

Evangelium: Joh 2,13–22
Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Er meinte den Tempel seines Leibes

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

Das Paschafest der Juden war nahe
und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
Im Tempel
    fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben
und die Geldwechsler, die dort saßen.

Er machte eine Geißel aus Stricken
    und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus
samt den Schafen und Rindern;
das Geld der Wechsler schüttete er aus,
ihre Tische stieß er um
und zu den Taubenhändlern sagte er:
    Schafft das hier weg,
macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
Seine Jünger erinnerten sich, dass geschrieben steht:
    Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren.

Da ergriffen die Juden das Wort und sagten zu ihm:
    Welches Zeichen lässt du uns sehen,
    dass du dies tun darfst?

Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder
und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.

Da sagten die Juden:
    Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut
    und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?
Er aber meinte den Tempel seines Leibes.

Als er von den Toten auferweckt war,
    erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte,
und sie glaubten der Schrift
    und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

Leitgedanken zur Verkündigung

Jesus ist wütend, das Haus seines Vaters wird entgegen seiner Bestimmung behandelt (Ev.). Das Haus Gottes ist ein heiliger Ort – von dort strömen Leben und Reichtum aus (1. Les.). Gott ist wie eine Burg, ein heiliger Ort, der Zuflucht und Sicherheit gibt (Psalm). Auch alle Brüder und Schwestern sind solch heilige Orte (2. Les.), die beschützt werden müssen.

Fürbitten

Lasst uns beten zu Gott, der uns Zuflucht und Stärke ist, Helfer und Heil in allen Nöten:

  • Für alle Opfer der Reichspogromnacht 1938, derer wir heute besonders gedenken, und für alle, die aktuell unter der antisemitischen Stimmung leiden.
    Stille – Gott, du Zuflucht und Stärke.
  • Für alle, die auftreten gegen Menschenhass und Gewalt, und für alle, die auftreten für Frieden und Verständigung.
  • Für unseren Papst, unseren (Erz-)Bischof und für alle, die in unserer Gemeinschaft Verantwortung übernehmen für ein gelingendes Miteinander.
  • Für alle, die sich um Kirchengebäude und Gebetsorte sorgen, sie reinigen, schmücken, mit Gebet erfüllen.
  • Für alle, die sich in medizinischen und seelsorglichen Berufen, in Haupt- und Ehrenamt einsetzen für das Heil der Seelen und Körper der Menschen.

Gott, dein Sohn Jesus Christus hat sich eingesetzt für das, was ihm wertvoll und wichtig war. Wir danken dir für ihn, für das Vorbild seines Lebens und Wirkens, heute und alle Tage unseres Lebens.

Spendung und Empfang der Kommunion

  • Gabenbereitung: GL 385,3–4 Hoch tut euch auf, ihr heilgen Tore
    oder ein passendes Lied aus dem Diözesanteil
  • Kommunion: GL 414 Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
  • Danklied: GL 478 Ein Haus voll Glorie

Liedpläne für das „Katholische Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz“ (KG) finden sich auf der Website des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz.

Einführung und Fürbitten: Saskia Löser
Schrifttexte: Mess-Lektionar 1982 ff. © 2018 staeko.net

Gottesdienst-Hefte

Die Zeitschrift Gottesdienst im Abo

Unsere Zeitschrift bietet Ihnen Beiträge zu Grundfragen und neuen Entwicklungen im Bereich gottesdienstlicher Feiern, einen Praxisteil mit erprobten Textvorlagen und konkreten Modellen für den katholischen Gottesdienst sowie Hinweise auf aktuelle Vorgänge, Ereignisse und Tagungen. 

Zum Kennenlernen: 3 Heft gratis

Jetzt gratis testen