Kelchkommunion

Ursprünglich selbstverständliche Praxis aufgrund des Stiftungsauftrages Christi; kam außer Gebrauch, als infolge der Betonung der realen Gegenwart des Herrn die Angst vor Verunehrung wuchs; gegen den Vorwurf, bei der Kommunion unter der alleinigen Brotsgestalt fehle etwas, entwickelte die Theologie die Lehre von der so genannten "Konkomitanz", der zufolge unter jeder einzelnen Gestalt der ganze Christus gegenwärtig ist.

In der Reformationszeit wurde der Laienkelch zum Unterscheidungsmerkmal der Kirchen bis hin zum katholischen Verbot. Erst das Zweite Vatikanische Konzil eröffnete grundsätzlich wieder die Möglichkeit der Kommunion unter beiden Gestalten auch für die Laien, zunächst durch Erlaubnis für bestimmte Fälle, deren Anzahl in der Folge vermehrt wurde.

Heute ist die Kelchkommunion wieder generell möglich, wobei dem Bischof die genaue Regelung zukommt. Der Form nach sind vier Arten der Kelchkommunion erlaubt: direktes Trinken, Intinktion, Benutzung eines Trinkröhrchens und Gebrauch eines Löffels. Wie bei der Kommunion der Hostien ist entscheidend, dass die Kommunikanten den Kelch vom Kommunionspender gereicht bekommen und nicht selbst vom Altar nehmen.

Wie ist der Empfang der Kommunion unter beiden Gestalten vorgesehen? Darf beispielsweise die Hostie in den Kelch getunkt werden?

Die Art des Kommunionempfangs unter beiden Gestalten ist in der „Grundordnung des Römischen Messbuchs“ (GORM), die allerdings noch nicht rechtlich verbindlich ist, folgendermaßen geregelt:

„Wenn die Kommunion des Blutes Christi durch Trinken aus dem Kelch geschieht, geht der Kommunikant, nachdem er den Leib Christi empfangen hat, zum Diener am Kelch und bleibt vor ihm stehen. Der Diener spricht: Das Blut Christi (Sanguis Christi), der Kommunikant antwortet: Amen. Der Diener reicht ihm den Kelch, den der Kommunikant selbst mit seinen Händen zum Mund führt. Der Kommunikant trinkt ein wenig aus dem Kelch, gibt ihn dem Diener zurück und entfernt sich; der Diener aber wischt den Kelchrand mit einem Kelchtuch ab.

Wenn die Kelchkommunion durch Eintauchen geschieht, tritt der Kommunikant zum Priester, wobei er die Kommunionpatene unter den Mund hält; der Priester hält das Gefäß mit den heiligen Hostien; an seiner Seite steht der Diener, der den Kelch hält. Der Priester nimmt eine Hostie, taucht einen Teil von ihr in den Kelch, zeigt sie und spricht dabei: Der Leib und das Blut Christi (Corpus et Sanguis Christi); der Kommunikant antwortet: Amen, empfängt vom Priester das Sakrament mit dem Mund und entfernt sich darauf.“ (GORM 286-287).

Nicht vorgesehen ist die Praxis, dass die Kommunikanten die Hostie in die Hand empfangen und diese anschließend selbst in den Kelch eintauchen."