Liebe Leserin, lieber Leser!

In diesem Jahr feiern wir schon am 1. April Ostern. So steht der ganze Monat April im österlichen Licht. Auch wenn die Natur noch nicht österlich ist, so ist doch in unseren Herzen das Licht der Auferstehung aufgeleuchtet. Aber nicht in jedem Herzen erklingt Osterjubel. Wir können die Osterfreude nicht künstlich in uns hervorlocken. Aber indem wir uns in den österlichen Tagen immer wieder von den Texten der Liturgie und den österlichen Gesängen berühren lassen, dürfen wir darauf hoff en, dass alles Erstarrte in uns aufbricht und dass das, was noch dunkel ist in uns, allmählich erleuchtet wird. Ich habe 25 Jahre lang mit Jugendlichen Ostern gefeiert. Da waren die Tage vor Ostern ganz auf die Feier der Osternacht ausgerichtet. Und oft brach da in der nächtlichen Feier der Jubel in meinem Herzen auf, vor allem, wenn die Jugendlichen auch die Mönche mit ihrer Begeisterung angesteckt haben. Aber einmal war ich gesundheitlich so angeschlagen, dass ich keinen Ton singen konnte. Da wurde mir klar: In diesem Jahr erlebe ich Ostern anders. Es geht nicht um lauten Jubel, sondern um den Glauben, dass in der Tiefe meines Herzens die Gewissheit aufkeimt: Christus ist auferstanden. Er steht auch in mir auf, mitten in meiner Schwäche, mitten in meinem Verstummen. Jetzt im Alter hat das Osterfest in jedem Jahr eine neue Bedeutung für mich. Ich halte meine momentane Situation in die österliche Botschaft hinein, in der Hoffnung, dass Christus jetzt aufsteht in mir und dass ich in der Verfassung, in der ich gerade bin, zum Zeugen der Auferstehung werden darf. So wünsche ich Ihnen allen eine gesegnete Osterzeit, eine Zeit, in der das Leben des Auferstandenen in Ihnen aufbricht, in der das Osterlicht alle Dunkelheit vertreibt und in der die Liebe über alles Erstarrte siegt.

Ihr Anselm Grün

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