Liebe Leserin, lieber Leser!

In diesem Jahr ist der ganze März von der Fastenzeit geprägt. Er endet am Karsamstag in Erwartung des Osterfests. Die Fastenzeit ist auf Ostern hin ausgerichtet. Der hl. Benedikt sagt im Fastenkapitel seiner Regel: „Mit geistlicher Sehnsucht und Freude erwarte er (der Mönch) das heilige Osterfest.“ (RB 49,7) Das, was sich der Mönch in der Fastenzeit an geistlicher Übung vornimmt, soll er „in der Freude des Heiligen Geistes Gott darbringen“. Die Fastenzeit ist demnach keine Zeit der Traurigkeit, sondern eine Zeit der Freude. Wir verzichten auf etwas, weil wir auf etwas Entscheidendes warten: auf das Fest, mit dem wir den Sieg des Lebens über den Tod und den Sieg der Liebe über den Hass feiern, auf Ostern. Manche verbinden mit der Fastenzeit etwas Negatives: Weil der Mensch schlecht ist, müsse er Buße tun. Benedikt sieht das anders: Wir sollen nicht verzichten, weil wir schlechte Menschen sind. Verzichten ist vielmehr ein Test auf etwas Positives – wir sollen uns prüfen, wie sehr wir von der Liebe fasziniert sind. Denn sie erweist sich an Ostern als stärker denn der Tod. Auf das Geheimnis unserer Erlösung also sollten uns wir Christen in der Fastenzeit vorbereiten. So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Fastenzeit, eine Zeit, die von der „Freude geistlicher Sehnsucht“ und von der „Freude des Heiligen Geistes“ geprägt ist. An Ostern drücken wir das im Feiern und Genießen aus, in der Fastenzeit bewusst im Warten und im Verzichten, damit die Freude an Ostern umso größer wird. Ich wünsche ich Ihnen eine gute Zeit der Vorbereitung, damit diese Freude in Ihnen an Ostern in aller Fülle aufbrechen kann.

Ihr Anselm Grün

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