Liebe Leserin, lieber Leser!

In diesem Jahr feiern wir Ostern mitten im April. So ist die erste Hälfte dieses Monats noch geprägt von der Fasten- und Passionszeit. Beides gehört für uns Christen zusammen. Wir feiern Kreuz und Auferstehung in jeder Eucharistie gemeinsam. Kreuz und Auferstehung sind das Symbol christilcher Hoffnung schlechthin. Es ist die Hoffnung, dass es nichts geben kann, was nicht von Gottes Geist verwandelt wird. Es gibt kein Kreuz, das nicht zur Auferstehung führen kann. Es gibt kein Scheitern, das nicht zu einem Neuanfang wird, keine Erstarrung, die nicht aufgebrochen wird und kein Leid, das nicht in etwas Kostbares verwandelt werden kann. Die Wunden Jesu am Kreuz in unserer Abteikirche in Münsterschwarzach sind vergoldet. Sie verweisen uns auf unsere eigenen Wunden hin: auf die Fußwunden, dass wir nicht zu uns stehen können, kein Selbstvertrauen haben, leicht umfallen. Die Herzwunde erinnert uns an die Verletzungen, die wir in unserer Liebe erlebt haben. Und die Handwunden zeigen uns, dass wir oft festgenagelt worden sind auf ein Bild, dass man uns festgehalten hat und wir nicht unseren eigenen Weg gehen konnten. Im Blick auf das Kreuz erkennen wir, dass unsere Wunden uns aufbrechen, damit wir das Gold auf dem Grund unserer Seele entdecken. Wir haben Schweres erlebt. Aber es hat uns auch erfahren gemacht. Wir haben in unseren Händen etwas Kostbares, das wir an andere weiter geben können. Diese österliche Erfahrung wünsche ich Ihnen von Herzen: dass auch Ihre Wunden vergoldet werden, oder wie Hildegard von Bingen es formuliert hat, dass Ihre Wunden in Perlen verwandelt werden.  

Ihr  

Anselm Grün

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