Liebe Leserin, lieber Leser!

Jede Zeit des Kirchenjahres ist eine heilende Zeit. Da werden Bilder der menschlichen Seele dargestellt, die uns in Berührung bringen wollen mit den heilenden Kräften unserer Seele. Der Monat Dezember ist von Advent und Weihnachten geprägt. In der Adventszeit warten wir auf das Kommen Jesu. Im Warten kommen wir in Berührung mit unserer Sehnsucht. In der Adventszeit geht es ja auch darum, unsere Süchte wieder in Sehnsucht zu verwandeln. In der Sucht sehnen wir uns nach guten Gefühlen, nach Geborgenheit, nach Glück. Aber wir wollen das, wonach wir uns sehnen, sofort haben. Das macht uns krank. Wenn wir aber unsere Sehnsucht aushalten, im Wissen, dass sie letztlich nur von Gott erfüllt werden kann, dann verliert die Sucht die Macht über uns. An Weihnachten geht es darum, dass Gott zu uns herabsteigt. Mozart hat in seinen Credo-Vertonungen immer gerne das „descendit = er ist herabgestiegen“ wiederholt. Off ensichtlich lag für ihn das Geheimnis von Weihnachten gerade darin: Gott ist zu uns herabgestiegen, damit wir den Mut fi nden, in die eigene Wirklichkeit, in das Chaos unsere Gefühle – in den eigenen Stall, wie C.G. Jung sagt – hinabzusteigen. Damit alles in uns vom weihnachtlichen Licht erleuchtet wird, und damit Christus alles, was in uns verborgen liegt, durch seine Liebe verwandelt und heilt.
So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit. Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit Ihrer Sehnsucht in Berührung kommen, die Ihre Sucht verwandelt. Und ich wünsche Ihnen, dass Christus als die wahre Sonne alles in Ihnen erhellt, was noch im Dunkeln liegt, und dass er als das göttliche Kind alles in Ihnen erneuert.

Ihr

Anselm Grün

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