Liebe Leserin, lieber Leser!

Im Juni werden die Abende immer länger. Am 24. Juni, dem Fest Johannes des Täufers, feiern wir die Sonnenwende. Ab da werden die Tage wieder kürzer. Seit jeher haben die Menschen die Sonnenwende als Symbol für ihr eigenes Leben verstanden. Sie spürten, was es heißt: Die Sonne kommt an ihrem Gipfelpunkt an und sie nimmt wieder ab, bis sie dann an Weihnachten wieder zunimmt. Die Kirche hat diese Erfahrung mit dem Wort Johannes des Täufers auf Jesus hin gedeutet: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Joh 3,31) Wir genießen die langen Abende. Wir bleiben gerne noch draußen sitzen und unterhalten uns. Wir gönnen uns ein Glas Wein und finden es schön, abends den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Doch die Sonnenwende, die wir mit dem Fest des hl. Johannes des Täufers verbinden, lädt uns auch ein, das Geschehen in der Natur als inneres Geschehen zu verstehen: Es geht darum, dass unser Ego abnimmt und dass Christus, die innere Sonne in uns zunimmt, dass sie alles in uns erhellt, dass sie auch alle egoistischen und egozentrischen Tendenzen in uns erleuchtet und verwandelt, so dass alles in uns durchscheinend wird für die Liebe. So wünsche ich Ihnen im Juni beides: dass Sie die schönen gemeinsamen Abende im Freien genießen und dass Sie die spirituelle Herausforderung, die dieser Monat mit sich bringt, annehmen können. Ich wünsche Ihnen, dass Christus alles in Ihnen erleuchtet und Sie so den Weg vom Ego zum Selbst führt, zu Ihrer Person- Mitte, in der das innere Licht immer in Ihnen leuchtet und durch Sie hindurch in Ihre Umgebung ausstrahlt.

Ihr 

Anselm Grün

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