Liebe Leserin, lieber Leser!

Wir können uns in dieser Adventszeit nicht in eine heile Welt zurückziehen. Zu sehr beunruhigen uns die Nachrichten vom Vorrücken der IS-Milizen, von der Seuche in Afrika, vom Bürgerkrieg in der Ukraine oder in Syrien. Sollen wir Ohren und Augen verschließen, um uns in die traute Welt des Advents zu begeben? Das wäre eine fromme Flucht. Aber angesichts all der Not, von der wir hören, eine Kerze anzuzünden und sich in aller Stille vor sie hinzusetzen, das bringt Licht in das Chaos dieser Welt. Wir schauen in das milde Licht und fragen uns: Was hat Weihnachten mit dieser Welt zu tun? Und wie kann das Kommen Jesu in mein Herz jetzt die Welt um mich herum verwandeln? Der adventliche Ruf bekommt eine neue Bedeutung: „Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab.“ Wir sehnen uns danach, dass Gott in seinem Sohn die Gerechtigkeit auf Erden aufblühen lässt. Der hl. Augustinus hat das Weihnachtsgeheimnis durch die Verse aus Psalm 85 interpretiert: „Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Frieden küssen sich. Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.“ (Ps 85,11f) Das wünsche ich Ihnen in dieser Advents- und Weihnachtszeit: dass Sie im Kind in der Krippe die Treue Gottes erfahren und in Ihnen die Hoffnung auf Gerechtigkeit in dieser Welt aufkeimt.

Ihr

Anselm Grün

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