Editorial

Wenn wir in der Spur Jesu Christi bleiben wollen, dann schulden wir besonders alten und pflegebedürftigen Menschen in unseren Altenund Pflegeheimen unabhängig von deren Religions- oder Konfessionszugehörigkeit eine qualitativ hochwertige Seelsorge! Kommen wir dem nach? Investiert die katholische Kirche in die Altenheimseelsorge? Und welche Position nehmen Träger katholischer Einrichtungen – insbesondere Diözesancaritasverbände – diesbezüglich ein? Haben sie, ebenso wie die Heimleitungen, den Mehr-Wert einer zeitgemäßen AltenHEIMseelsorge, die sich nicht vor-vatikanisch als reine ALTENseelsorge versteht, sondern auch Angehörige / Bezugspersonen sowie MitarbeiterInnen in den Blick nimmt, für das christliche Profil ihrer Einrichtung erkannt? Sind sie deshalb dazu bereit, in die Sicherstellung von Seelsorge zu ›investieren‹? Wenn damit zu rechnen ist, dass die Diözesen aufgrund rückläufiger personeller und prognostizierter finanzieller Ressourcen theologisch hochqualifizierte Seelsorgeprofis (PastoralreferentInnen, GemeindereferentInnen, Diakone, Priester, Ordensleute) weder in weltliche noch in christliche Häuser entsenden können und/oder wollen, wie ließe sich Seelsorge trotzdem sicherstellen? Gibt es bereits Pilotprojekte, in denen bisher ungewohnte Wege beschritten werden? Welche Erfahrungen werden damit gemacht?
Auf dem Hintergrund der wichtigsten Ergebnisse des deutschlandweiten Forschungsprojektes »Katholische Altenheimseelsorge. Ist-Stand und Zukunftsszenarien « stellen sich die AutorInnen dieses Heftes den angedeuteten Fragen. Zu Wort kommen nicht nur praxiserfahrene Seelsorgerinnen und Seelsorgliche Begleiterinnen, die uns einen Einblick in den Alltag heutiger Altenheimseelsorge geben, Diözesan- und CaritasfachreferentInnen, die konzeptionell für Altenheimseelsorge zuständig sind, sondern auch ein Diözesancaritasdirektor und der Vorsitzende des VKA D (Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V.), so dass zusätzlich verbandspolitische Reflexionen mit einfließen.
Obgleich sich die ›Diakonia‹ einer ökumenischen Herangehensweise verpflichtet weiß, liegt der Fokus diesmal ausschließlich auf der katholischen Altenheimseelsorge. Deshalb finden Perspektiven aus anderen Konfessionen / Religionen keine Berücksichtigung. Wir hoffen, dass die teilweise recht provokativen Beiträge dazu anregen, sich auf ein diakonisches Themenfeld einzulassen, das in Kirche und Gesellschaft eher am Rande angesiedelt ist, weshalb wir es in der ›Diakonia‹ explizit in den Mittelpunkt rücken.

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