Editorial

50 Jahre »Gaudium et spes «!
Die Älteren unter uns werden sich vielleicht fragen, wie ein halbes Jahrhundert nur so schnell vergehen konnte? Die Jüngeren dagegen, wie z. B. heutige Theologiestudierende, die die kirchenpolitisch brisanten und innovativen Ereignisse der 1960er Jahre nur noch vom Hören und Sagen kennen, werden sich vielleicht fragen, was denn das Besondere an der damaligen Zeit, an der Pastoralkonstitution und an ihrer Bedeutung für das 21. Jahrhundert sein soll?
Unser Heft will deshalb nicht nur dazu anregen, sich mit dem historischen Entstehungskontext, den theologischen Inhalten und den praktischen Auswirkungen eines für die moderne Pastoral(theologie) zentralen Kirchendokumentes über Konfessions- und Landesgrenzen hinweg konstruktivkritisch auseinanderzusetzen, sondern auch dazu, sich ganz persönliche Freuden, Hoffnungen und Erwartungen, vielleicht aber auch erlebte Enttäuschungen im Blick auf das Zweite Vatikanische Konzil in Erinnerung zu rufen.
Wir laden Sie ein, sich auf sehr unterschiedliche Beiträge rund um die Pastoralkonstitution einzulassen. Dabei werden Sie schnell merken, dass trotz divergierenden Schreibstils auch sehr persönliche Erfahrungen und Visionen im Blick auf vergangene, gegenwärtige und künftige Entwicklungen in der spätmodernen Gesellschaft und der darin eingebetteten Katholischen Kirche spürbar werden.
Dieses Heft widmen wir ausdrücklich einem österreichischen Pastoraltheologen, der nicht nur als Zeitzeuge viel über die Konzils-Ära berichten konnte, sondern auch von Gaudium et spes inspiriert als Mensch und Priester glaubwürdig gelebt sowie als renommierter Wissenschaftler international anerkannt gedacht, gelehrt und geforscht hat: Prof. Wilhelm Zauner, langjähriges Pionier- Mitglied des Redaktionsteams der ›Diakonia‹, der vor kurzem im hohen Alter von 87 Jahren verstorben ist. Seine Spuren werden in der ›Diakonia‹ erkennbar präsent bleiben.  

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