Editorial

Hatten Sie als Kind zu Hause auch einen kleinen Altar, der im Marienmonat Mai extra errichtet und geschmückt wurde – den Maialtar? Oder erinnern Sie sich eher an Ihre Jugendzeit, als Sie mit der traditionellen und vielerorts verpflichtenden Maiandacht nun wirklich nichts mehr anfangen konnten und auf kreative Weise Wege fanden, sie zu umgehen? Und heute: Gibt es in Ihrem Bücherschrank ansprechende oder gar praxisrelevante Bücher über Maria?
Im Diakonia-Team hat uns die Frage gepackt, ob Maria überhaupt ein Thema für unsere Zeitschrift ist? Dies inspirierte uns zu diesem Heft, um den praktisch-theologischen Diskurs zu Maria zu beflügeln. Es ist erstaunlich zu sehen, in welcher Vielfalt und mit welch großem Spannungsbogen sich das Marienthema darbietet. Die Autorinnen und Autoren nehmen uns mit hinein in ihre sehr unterschiedlichen, zum Teil auch gegensätzlichen Überlegungen aus verschiedenen Perspektiven und Horizonten. Als verbindendes Element treten vor allem Fragen hervor:
• Wie sähe das praktisch-theologische Profil eines zukunftsoffenen und -fähigen Marienverständnisses konkret aus?
• Sind marianische Themen innerhalb der theologischen Disziplinen, im ökumenischen und interreligiösen Kontext wie auch in internationaler und interkultureller Perspektive überhaupt (noch) anschlussfähig
• Haben feministische, gender-faire oder befreiungstheologische Perspektiven Konsequenzen für den theologischen Diskurs?
• Inwieweit wirken sich innere Bilder von Maria alltagspraktisch in der Zusammenarbeit von Frauen und Männern in Kirche und Diakonie aus?

Unser Fazit: Maria ist natürlich ein Thema für die Diakonia, wie auch für viele andere Genres, beispielsweise für den Film. Aus diesem Grunde finden Sie in diesem Heft keine Buchrezensionen. Es endet stattdessen mit einigen Filmtipps. Diese mögen Sie inspirieren, einmal ein ganz anderes Medium zur Auseinandersetzung mit unserem Thema zu nutzen.
Ich wünsche Ihnen, auch namens der Redaktionskollegen, eine spannende Lektüre und darüber hinaus – vielleicht (?) – eine neue Lust aufs Kino.

 

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