Editorial

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, ob gegenwärtig tatsächlich (noch) katholische Schulen notwendig sind? Sollten sich christliche Kirchen im 21. Jahrhundert aufgrund finanzieller und personeller Engpässe nicht besser auf ihr »Kerngeschäft« besinnen und ihre Schulen weltanschaulich neutralen staatlichen Trägern überlassen?
In vorliegendem Heft werden Sie mit einem begeisterten Feuerwerk an Argumenten für die Sinnhaftigkeit und Zukunftsfähigkeit katholischer Schulen konfrontiert!
Geboten werden Ihnen zum einen Beiträge, die in konstruktiv- kritischer Distanz Argumente dafür liefern, weshalb derartige Schulen gerade in deutschsprachigen Ländern trotz aller unübersehbaren Säkularisierungs- und Entkirchlichungstendenzen ein notwendiges und glaubwürdiges christliches Angebot sowohl für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer als auch für die Gesellschaft insgesamt darstellen (Hans Maier aus der gesellschaftspolitischen Perspektive eines ehemaligen Präsidenten der Kultusministerkonferenz; Eckhard Nordhofen aus der kirchenpolitischen Sicht des ehemaligen Leiters der »Zentralstelle Bildung« der Deutschen Bischofskonferenz; Holger Zaborowski aus der philosophisch-ethischen Sicht eines Hochschulprofessors). Dass ein katholisches Schulprofil auch spezifische Anforderungen an das Amt der Schulleitung stellt, diese These wird aus pädagogischer Perspektive von einer Expertin für die Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern argumentativ unterfüttert (Sabine Tischbein).
Geboten werden zum anderen interessante und spannende Einblicke in die existierende Alltagspraxis vor Ort. Wir erfahren, wie sich z. B . pallottinische Spiritualität trotz eines Trägerwechsels noch immer im Schulalltag eines Gymnasiums konkret niederschlägt (Markus Zepp); warum Schulpastoral nicht auf eine Einzelperson delegierbar ist, sondern im Zusammenspiel aller Beteiligten Kontur gewinnt (Regina Nothelle); was der Religionsunterricht zu einem katholischen Schulprofil beitragen kann (Martin W. Ramb und Andreas Thelen-Eiselen); welche Bedeutung ein kooperativer Religionsunterricht Christentum-Islam, der an der Evangelischen Oberschule in Kairo bereits Realität ist, für ein friedvolles Zusammenleben der Religionen hat (Frank van der Velden). Dieses Heft der Diakonia wurde von Holger Zaborowski und Martin W. Ramb konzeptionell betreut.

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