Editorial

Wie die Zeit vergeht … 25 Jahre Mauerfall! Ein welthistorisches Ereignis mit gravierenden gesellschafts-, wirtschafts- und kirchenpolitischen Konsequenzen, weshalb auch das Diakonia-Team zum Mitfeiern und zur konstruktiv-kritischen Auseinandersetzung einlädt.

Unter der Verantwortung von Thomas Brose, der in der Endphase der DD R selbst vor der Entscheidung stand, seiner Heimat wortwörtlich den Rücken zu kehren – sprich die Umgehung der Mauer über die Tschechoslowakei, Rumänien und Ungarn zu wagen – oder hoffnungsvoll hinter der bereits angeschlagenen, aber noch immer äußerst bedrohlichen Mauer auszuharren, ist ein Themenheft entstanden, in dem nicht nur eine Verschränkung von persönlichem Erlebnisbericht (Angela Kunze-Beiküfner) und distanzierter Analyse (Eberhard Tiefensee) der historischen Ereignisse geboten, sondern auch ein Bogen von damals ins Heute geschlagen wird.

Exemplarisch für die ostdeutschen Bistümer bieten daher Bischof Gerhard Feige (Magdeburg) und Weihbischof Reinhard Hauke (Erfurt) interessante Rückund Ausblicke auf gegenwärtige und künftige pastorale Entwicklungen. In diesem Zusammenhang darf natürlich auch eine Situationsanalyse der ›Arbeitsstelle für missionarische Pastoral‹, die von der Deutschen Bischofskonferenz ja ausdrücklich in Erfurt angesiedelt worden ist, nicht fehlen (Hubertus Schönemann).

Unter der Rubrik ›Best Practice‹ dürfen wir uns auf praxisnahe Berichte aus Dessau (Gerhard Nachtwei) und Frankfurt / O der (Aleksandra Chylewska-Tölle / Alexander Tölle) freuen.

Dass die Thematik Mauer-Fall auch dazu animieren kann, darüber nachzudenken, dass nicht nur starre Grenz-Mauern aus Beton, sondern auch andere Arten von Mauern, die über Jahrhunderte in unserer Kirche gewachsen sind, jederzeit fallen können, lässt sich ebenfalls exemplarisch im hochaktuellen Artikel des emeritierten katholischen Dogmatikers Georg Kraus nachlesen.

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