Editorial

Brauchen wir im 21. Jahrhundert ›Neue Kathedralen ? Haben wir sie vielleicht schon längst? Was aber würde dann aus den »Alten Kathedralen«? Sind sie nur noch in Stein gehauene Relikte aus einer Zeit, in der der Glaube an den christlichen Gott nicht nur das Alltagsleben der meisten Menschen, sondern auch – in Form von gewaltigen Bauwerken – das gesamte Stadtbild prägte?

Wo aber suchen und finden Christinnen und Christen heutzutage Orte traditioneller Rück-Bindung, religiöser Beheimatung, meditativer Versenkung, intensiver Gotteserfahrung, spiritueller Inspiration und gemeinschaftlicher liturgischer Feier?

Und wann fördern bzw. behindern sowohl alte als auch neue Kathedralen die von Papst Franziskus in Erinnerung gerufene Lebens-Freude, die Christinnen und Christen, die aus der Frohen Botschaft leben, ebenso kennzeichnen sollte wie ihr (weltweites) diakonisches Engagement für Menschen in Not?

Mit diesem Heft wollen wir unsere Leserinnen und Leser dazu anregen, sich selbst auf die Spurensuche zu begeben, welche Art von Kathedralen im eigenen Lebens- und Arbeitskontext eine wichtige Rolle spielen, welche kirchlichen Orts- Wechsel gesellschaftlich bereits wahrnehmbar sind und welche Chancen und Risiken damit sowohl für ein zeitgemäßes Kirchenverständnis als auch für professionelles pastorales Handeln einhergehen.

In den Heftbeiträgen soll daher ein weiter Bogen gespannt werden von grundlegenden Analysen und Thesen aus pastoraltheologischer, pastoralpsychologischer und liturgiewissenschaftlicher Perspektive bis hin zur konkreten (manchmal auch humorvollen) Identifizierung ›Neuer Kathedralen‹ im Kontext zeitgenössischer Kunstausstellungen, virtueller Computerwelt und – im Jahr der Fußball-WM besonders naheliegend – realer Fußballkultur.

Wir hoffen, dass Ihnen das Heft Freude bereitet und Sie inspiriert.

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